Freitag, 10. Juli 2009

Foto




Sorry für dieses unsinnige Posting. Ich habe ein neues Handy und wollte gucken, ob ich meine Bilder vom Handy an mein Blog schicken kann. Offenbar kann ich. Das ist übrigens mein erstes Stofftier gewesen. So alt wie ich. Nicht wirklich die richtigen Umstände, um zu testen, ob die Handy-Kamera was taugt. Ich warte mal ab, wie teuer diese Aktion für mich war und wenn es bezahlbar war, werde ich diesen Service im Urlaub nutzen und Fotos von unterwegs posten.

Montag, 6. Juli 2009

Falls ihr euch langweilt

... hätte ich hier noch was zum Lachen:

Stephen Fry und Hugh Laurie in "A bit of Fry & Laurie", Sketch: The Understanding Barman (Timing ist alles ...)

Und Roy Head zeigt (1965), dass Michael Jackson nicht der Erste war, dem beeindruckende Tanzschritte einfielen

Samstag, 4. Juli 2009

Wetterfühlig?

Donnerstag, 2. Juli 2009

Jeff Goldblum bestätigt: Ich bin tot

In einer Woche, in der wirklich eine Menge berühmter Persönlichkeiten gestorben sind, gab es wohl auch Nachrichten auf Twitter und im neuseeländischen Fernsehen, Jeff Goldblum sei gestorben. Ich hatte das bisher nicht mitbekommen. Aber am Dienstag war nun Jeff Goldblum beim Colbert Report auf Comedy Central, um zu bestätigen, dass er definitiv tot ist. Das heißt, zunächst versuchte er es noch zu leugnen. Musste sich dann aber doch der Qualität der journalistischen Recherche geschlagen geben und hielt einen sehr bewegenden Nachruf auf sich selbst.

Jeff Goldblum - I Will Be Missed.

Sonntag, 28. Juni 2009

Man wächst an seinen Herausforderungen

Mein Leben gestaltet sich derzeit abwechslungsreich. Heute waren wir beim Shakespeare Festival in Neuss, morgen geht's zu Nine Inch Nails und am Mittwoch zu Leonard Cohen. Keine normale Woche. Not by a far stretch.

In Neuss gibt es neben der Pferderennbahn ein "Globe"-Theater, einen Nachbau des Globe in London. Allerdings sehr viel moderner. Aber nicht ohne Atmosphäre. Jedes Jahr im Sommer wird dort ein Festival veranstaltet. Und damit es nicht langweilig wird, werden immer wieder ungewöhnliche Produktionen aufgeführt.

Heute hatten wir eine besondere Herausforderung zu bestehen. Zwei Herren aus Simbabwe führten "Zwei Herren aus Verona" auf Englisch auf. Oder anders gesagt: Heute haben wir "Vakomana Vaviri Ve Zimbabwe" von "Two Gents Productions" aus London gesehen. (Mehr Infos dazu auf der Seite des Neusser Shakespeare Festivals. Oder im EPK -- herunterladbare PDF-Datei.)

Als deutscher Muttersprachler hatte man da also nicht nur mit der äußerst verqueren Handlung und dem Shakespeare-Englisch zu kämpfen, sondern auch mit dem afrikanischen Akzent. Und damit, dass 2 Darsteller 15 Rollen und einen Hund verkörperten.

Aber nachdem ich vor ein paar Wochen Hamlet als Musical in Recklinghausen gesehen habe (aufgeführt vom Ensemble des Staatstheaters Stuttgart mit Harald Schmidt als Gaststar), in dem der König mit "Sympathy for the Devil" eingeführt wurde, Hamlet "Sein oder nicht sein" zur Musik von U2s "With or without you" sang und Ophelia sich von "Like a virgin" bis zu "Nutbush City Limits" vorkämpfte -- kann mich ja nichts mehr schocken. (Man verstehe mich nicht falsch -- die Idee mit dem Musical war lustig, vieles in dem Stück war auch sehr witzig, es war auf jeden Fall sehr ideenreich, aber es war mir doch insgesamt zu albern. Bester Moment des Abends: als das Publikum aufgefordert wurde, bei "Dänen lügen nicht" mitzusingen ...)

"Zwei Herren aus Verona" nun ist eines von Shakespeares Frühwerken und wird -- meiner bescheidenen Ansicht nach vollkommen zu Recht -- nur selten aufgeführt. Es enthält schon fast alle Elemente seiner späteren Komödien, aber die Handlung ist schlicht und ergreifend haarsträubend. Aber: Die beiden Schauspieler, Denton Chikura und Tonderai Munyevu, sind einfach großartig. Obwohl Tonderai sich vor ein paar Wochen beim Quadfahren das Handgelenk gebrochen hatte und mit einer Schiene spielen musste, sprühten die beiden vor Energie und guter Laune.

Wenn nur 2 Schauspieler 15 Rollen (und einen Hund) spielen, werden Accessoires natürlich zu einem essentiellen Bestandteil der Handlung. Keine Zeit für Kostümwechsel. Hier müssen kurze Gesten, ein paar Requisiten und diverse Schals und Rucksäcke (und eine Hundeleine) reichen. Tempo, Tempo, Tempo. Wow.

Und das mit einem gebrochenen Handgelenk.

Denton Chikura und Tonderai Munyevu sind einfach spektakulär. Es war eine Freude, ihnen zuzusehen. Und das lag nicht am Stück. Diese Spielfreude, das "comic timing", der Ideenreichtum. Grandios. Ich würde die beiden unglaublich gern mal in einer anderen Produktion sehen.

Immer wieder lockerten sie das Stück durch Brecht'sche Verfremdungseffekte auf. Da wurden Zuschauer auf die Bühne geholt (die Damen und Herren spielten wirklich gut mit -- nicht so wie die Zicke, die wir letztes Jahr oder vor 2 Jahren in "Shakespeares gesammelte Werke, leicht gekürzt" an gleicher Stelle sahen, die sich zu fein war zum Mitspielen). Einmal kam Denton mit seinem Handy auf die Bühne und machte ein Foto, wir sollten mal "Cheese" sagen ...

Verrückt. Liebenswert verrückt.

Aber schwer zu verstehen, muss ich zugeben. Ich war froh, dass wir uns die Einführung vorher angehört hatten. So konnte man sich zusammenreimen, an welcher Stelle die Handlung gerade war, auch wenn einen das Shakespeare-Englisch aus der Bahn warf.

Wir hätten also noch mehr lachen können. Aber auch so war es ein durch und durch vergnüglicher Abend. Nächstes Jahr kommen wir wieder.

Freitag, 22. Mai 2009

Nostalgie

Ich bin gerade dabei, für den 70. Geburtstag meiner Mutter ein paar alte Bilder zusammenzusuchen. Und dabei bin ich über das folgende Bild aus den 80ern von meiner Mutter und meinem Bruder gestolpert. Ich glaube, das ist eins der fröhlichsten Bilder, die von dieser leider nicht mehr ganz so fröhlichen Familie existieren. Damals haben wir tatsächlich noch Karneval gefeiert.

Samstag, 9. Mai 2009

I am not a man, I am Cantona

Der neue Film von Ken Loach ist eine Komödie? Eine Komödie von Ken Loach? Nun ja, es ist ein Sport-Film. Ein Fußball-Film. Mit Eric Cantona in einer der Hauptrollen. Looking for Eric wird in Cannes gezeigt. Wie wahrscheinlich so ziemlich jeder andere Film von Ken Loach vor ihm. Hm.

Der Artikel im Guardian hört sich vielversprechend an. Aber ich bleibe skeptisch. Trotzdem: bestimmt ein Film, den man im Auge behalten sollte.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Der Sohn von Rambow (Son of Rambow)

Wart ihr in den 80ern Kinder oder Teenager? Gibt es auch von euch peinliche Fotos mit unmöglichen Haarschnitten, hässlichen Klamotten, auffälligen Schuhen? Hattet ihr einen Zauberwürfel und wart Fans von Depeche Mode? Gab's auch an eurer Schule Schüleraustausche? Oder mochtet ihr ganz einfach Stand by me?

Dann ist Der Sohn von Rambow genau euer Ding. Dieser Film ist einfach göttlich. Er sprüht vor Ideen, steckt voller Details und vergisst dabei trotzdem nicht, eine Geschichte zu erzählen.

Will und Lee wachsen in den 80ern in einer englischen Kleinstadt auf. Will gehört einer obskuren religiösen Sekte an, die es ihm verbietet, Fernsehen zu schauen und Musik zu hören. Der Junge hat eine überbordende Phantasie. Seine Bibel hat er zum Malbuch umfunktioniert und man kann den Text schon gar nicht mehr lesen vor lauter Farbe. Will hat in seinem Leben sicher noch nie ein Comic in der Hand gehabt, aber er hat seine Bibel zu seinem eigenen, überdimensionalen Comicbuch umfunktioniert. Wills einziger Kontakt mit der "aktuellen", zeitgenössischen Welt findet in der Schule statt.

Lee ist der Rabauke. Der Störenfried. Der Lehrerschreck. Der Unkorrigierbare. Und Lee hat eine eigene Videokamera und viel Zeit und Freiheit, damit herumzuspielen. Als sich Will und Lee treffen, befruchtet die Phantasie des einen den praktischen Unternehmergeist des anderen. Und es entsteht eine wunderbare Jungs-Freundschaft. Bis Didier auftaucht. Didier ist aus Frankreich. Und Didier beschließt, dass er der Star in Lees und Wills Film werden will.

Als sich Lee und Will kennen lernen, weiß Lee nichts über Wills religiösen Hintergrund und so passiert es, dass der erste Film, den der 11-Jährige in seinem Leben zu Gesicht bekommt, ausgerechnet Rambo ist. Die Folgen, die das für die Phantasie des Jungen hat, sind natürlich absehbar. Und zum Schieflachen.

Überhaupt ist der ganze Film zum Schieflachen. Besonders, wenn man sich noch gut an die 80er erinnern kann. Aber auch so.

Das Beste am Film sind die beiden Hauptdarsteller, der 11-jährige Bill Milner und der 13-jährige Will Poulter. Im Making-of, das auf der DVD drauf ist, gibt Regisseur Garth Jennings zu, dass seine beste Leistung in Bezug auf den Film die Entscheidung war, diese beiden Jungs zu casten. Man muss Bill und Will gesehen haben. Ansonsten hat man was verpasst.

Glaubt mir, diesen Film sollte man gesehen haben. Auf jeden Fall.

Freitag, 1. Mai 2009

Rename, repitch

Die ultimative Beschäftigung für Filmfreaks. Man nehme einen populären Filmtitel, ändere einen Buchstaben ab und beschreibe dann die Handlung des neuen Films. Eine Idee von Simon Bennett (PsiBennett) auf Twitter (wer auch immer Simon Bennett ist ...).

Eine Liste der Vorschläge findet sich hier. Wer bei Twitter angemeldet ist und mitmachen will, sollte nicht vergessen, das Hashtag "#renamerepitch" bei seinen Tweets zu verwenden.



Einige meiner Favoriten (okay, einige entsprechen nicht ganz der Regel "Nur einen Buchstaben verändern", sind aber trotzdem gut):

# timothybennett: Deaf Poets Society: It's a silent movie...

# Bluesodium: The Kink and I / Deborah Kerr meets Ray Davis. They have a dance.

# SirWilliam99: Dr. So?: 007 comes up against an extremely cynical and sarcastic teenager.

# Mallettbashed: Pie Another Day - Bond goes on a lo cal diet

# Mallettbashed: The World is Hot Enough - Bond goes green

# laurasplog: Schindler's Lost: Schindler wanders round a pre-sat nav Germany but refuses to stop and ask for directions

# SirWilliam99: Rating Bull: Robert de Niro gives a rundown of his 100 least favourite films.

# jrhermeneut: Indiana Jones and the Fast Crusade: Indy liberates the Holy Land from Turkish rule in, like, ten minutes.

# limertilly: Mr T works hard to uncover corruption in police force - B.A. Confidential

# PookahKoL: Dye Hard With a Vengeance - Hairdresser Jeremy Irons gives Bruce Willis a horrible new 'do

# SplashMan: City of Angles: Geometric tale of love across Parallel universes, got to be square not to like it

# SplashMan: 8M: Remake of Nicholas Cages 8MM at 1000th of the budget

# willtompsett: "Seven Bries for Seven Brothers" - Musical about a big family that likes cheese

# Mangowe: Finding Emo - search for lost kid at My Chemical Romance gig

# Mangowe: Radiator - A film in which Russell Crow dries his socks

# H18: Postcards From The Edge - Mock-umentary on a schizophrenic girl's fanaticism and imaginary life with U2's lead guitarist.

# SplashMan: Horton Fears a WHO: Horton the Elephant dreads the intervention of the WHO as he develops a slight sniffle

# penopelop: Batman and Rodin - The caped crusader battles crime with help from a mysterious French sculptor

Dienstag, 28. April 2009

Cutlass von Kate Hudson

Das Tribeca Film Festival in New York hat ein paar Filme bei youtube veröffentlicht. Dafür wurde auch die übliche 10-Minuten-Begrenzung aufgehoben. Darunter ist der Film "Game 6" mit Michael Keaton und Robert Downey Jr. Da der Film aber ab 18 ist, kann man ihn nur ansehen, wenn man bei youtube registriert ist, was ich nicht bin (google weiß schon zu viel über mich ...).

Vollkommen frei zugänglich ist allerdings der Kurzfilm "Cutlass" von Kate Hudson. Es handelt sich um ihr Debüt als Regisseurin. Als Schauspieler hat sie Papa Kurt Russel, Virginia Madsen, Dakota Fanning und Kristen Stewart engagiert. Außerdem tauchen Chevy Chase und Steve Jones ("Jonesy" von den Sex Pistols) auf. Ich finde den Film sehr charmant.

Cutlass auf youtube.

Er ist allerdings nur bis zum 8. Mai online zu bewundern. Ich glaube, das gilt für alle von Tribeca veröffentlichten Filme.

Wofür ich Twitter liebe

Michael Sheen ("Tony Blair" in Die Queen und "David Frost" in Frost/Nixon)

Dienstag, 28. April, Flughafen JFK in New York:

1. "had a chap VIPing me thru airport. asked me how my dad is? unusual i thought. hes on West Wing he told me. how i laughed."

2. "Met Martin Sheen once. Utterly charming. Asked if he would adopt me just to save the confusion. True story."

3. "we thought it was taking The Special Relationship a bit far. the lady who introduced us said "MrPresident this is the Prime Minister"!"

Sonntag, 26. April 2009

Frost/Nixon

Heiligs Blechle. Eigentlich bin ich ja mit dem Filmjahr 2008 noch nicht durch, aber als meinen ersten Film aus dem Jahr 2009 hab ich mir gleich einen ausgesucht, der einen aus den Schuhen haut: Ron Howards Frost/Nixon.

Im Grunde genommen geht es im Film um 2 unsympathische Charaktere. David Frost, der englische Talkshow-Host, der Nixon als Chance sieht, den größten Coup seiner Karriere zu landen, aber leider nicht bereit ist, dafür die nötige Vorarbeit zu leisten. Nixon, der amerikanische Expräsident, mit allen Wassern gewaschen, ein Mann, der als Wertesystem nur seine eigenen Regeln akzeptiert, der aber Frost eigentlich in die Tasche stecken kann. Und die beiden führen eins der raren Interviews, die Nixon nach seinem Rücktritt gegeben hat.

Frost will Nixon "den Prozess machen", denn eine Amnestie seines Nachfolgers verhinderte, dass Nixon offiziell für seine Machenschaften zur Rechenschaft gezogen wurde. Ron Howard will natürlich nicht Nixon den Prozess machen, sondern einem anderen Präsidenten.

Frank Langella (Richard Nixon) ist ein Titan in diesem Film. Ich kenne Nixon zu wenig, um beurteilen zu können, wie imposant er im wahren Leben war, aber Frank Langella ist imposant. Michael Sheen spielt David Frost. Etwas weniger beeindruckend. Aber dennoch gut. Frosts Team wird großartig von Sam Rockwell, Oliver Platt und Matthew Macfayden dargestellt, in Nixons Team fällt eigentlich nur Kevin Bacon auf.

Der Film basiert auf Interviews, die es tatsächlich gegeben hat. Politisch interessiertere Menschen als ich werden nicht müde, darauf hinzuweisen, wie viele Freiheiten sich das Skript mit den Fakten erlaubt. Darauf sei hier also verwiesen: Nein, den großen Showdown, den der Film zeigt, hat es im wahren Leben nie gegeben.

Aber für die Wirkung des Films ist das ja letztlich egal. Man darf ihn nur eben nicht mit den Fakten verwechseln.

Die Handlung des Films ist ein Schlagabtausch. Eine Art Schachspiel. Und es macht Spaß, dem zuzusehen.

Aber der Film hat nicht nur ein exzellentes Skript und eine exzellente Besetzung, auch die Kameraarbeit sei hervorgehoben. Wie hier mit Licht und Schatten gearbeitet wird, ist schon die halbe Miete.

Ich habe hier mal ein Beispiel vom Ende des Films. Man braucht nicht zu wissen, was genau in dieser Szene gesagt wird, ich finde, die Bilder sprechen für sich. Die Cadrage (wie Nixon hier im Bild angeordnet ist) sagt eigentlich schon alles.



Und dann ein ganz kleiner Shift. Eine relativ kleine Positionsveränderung. Der Effekt ist dennoch augenfällig:



So macht Kino Spaß.
Frost/Nixon: 9 von 10 Punkten.

Freitag, 24. April 2009

Tage des Zorns (Flammen & Citronen)

Nicht nur in Deutschland ist der Widerstand während des Zweiten Weltkriegs das große Thema. Auch die Dänen haben ihre Nationalhelden "Flammen" und "Citronen" wiederentdeckt.

Im Film Tage des Zorns führt Ole Christian Madsen Regie. Er hat bei der Serie "Rejseholdet" - Unit One - bei einigen Episoden Regie geführt ... die war klasse, die Serie! Hatte ich die hier schon mal erwähnt? Leider sind die DVDs der letzten Staffeln unverschämt teuer, so dass ich mir nur Staffel 1 und 2 angesehen habe. Damit habe ich das Beste offenbar noch gar nicht gesehen. Jedenfalls hat Regisseur Madsen bei Rejseholdet Mads Mikkelsen kennen gelernt.

Madsen scheint eine Vorliebe dafür zu haben, Mikkelsen hässlich aussehen zu lassen. Schon in Rejseholdet ist er superschmierig, aber in Tage des Zorns sieht er richtig schlecht aus.

Aber der Reihe nach.

Tage des Zorns spielt in Dänemark während des Zweiten Weltkriegs. Eine kleine Gruppe von Widerstandskämpfern bringt einen dänischen Kollaborateur nach dem anderen um. Schütze ist dabei meist Bent Faurschou-Hviid, der wegen seiner roten Haare "Flamme" genannt wird. Ihm zur Seite steht Jørgen Haagen Schmith, der "Citron" genannt wird, weil er die Fabrik seines Schwiegervaters, einen Citroën-Betrieb, sabotiert hatte, denn Citroën kollaborierte mit den Deutschen.

Bent ist zunächst ruch- und gewissenlos, Jørgen hat von Anfang an mehr Schwierigkeiten damit, sein Tun vor sich selbst zu rechtfertigen. Doch dann lernt Bent Ketty (angeblich eine Modeschöpferin) kennen und auch ihm kommen erste Zweifel, ob sie wirklich "die Guten" sind.

Flammen und Citronen hat es tatsächlich gegeben. Das offizielle Presseheft zum Film liefert ein paar Hintergründe.

Wer eine Kritik lesen will, in der epd Film gibt es eine gute.

Von der Ästhetik her ist Tage des Zorns sicher kein typisch dänischer Film, man fühlt sich eher wie auf Hollywood-Terrain. Aber das muss ja nicht immer etwas Schlechtes sein. Warum nicht mal große Bilder, heftige Schießereien, ein paar Special Effects? Wenn's der Sache dienlich ist ...

Der Film vergisst nie, dass es hier um 2 Menschen geht. Auch wenn Bent sich zunehmend als Held versteht (die Summe, die auf seinen Kopf ausgesetzt ist, steigt während des Films kontinuierlich an), so hören wir doch die Menschlichkeit in seiner Stimme als Off-Erzähler, sehen seine wachsenden Zweifel, fragen uns, wie er durch seine Treffen mit Ketty alles aufs Spiel setzen kann, wie ihm diese Frau so wichtig sein kann.

Wir sehen, wie Jørgen täglich den Kampf mit den eigenen Moralvorstellungen kämpft. Wie er mal verliert, dann aber doch wieder in der Lage ist, Größe zu zeigen.

Wir sehen, wie die beiden als Spielbälle der "politischen" Kräfte im Land instrumentiert werden.

Und wir sehen, wohin dieser Kampf unweigerlich führt.

All das macht Tage des Zorns zu einem richtig guten Film. Auch wenn er kein Arthouse-Film ist, kein "Schätzchen", ist er doch richtig gutes Entertainment. Mit einer packenden Story, verpackt in tollen Bildern. Kein Film, von dem man schwärmt, aber ein Film, der einen über 2 Stunden bestens unterhält.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Tukur

John Rabe ist als bester deutscher Film mit dem Deutschen Filmpreis 2009 ausgezeichnet worden und Ulrich Tukur bekam die Auszeichnung als bester Schauspieler. Versteh ich nicht, der Film ist doch gerade erst angelaufen? Na, egal. Gesehen hab ich ihn immer noch nicht. Genausowenig wie Séraphine, der dieses Jahr bei den Césars abgeräumt hat ... Ich bin ein treuloser Fan ...

Edit: Artikel in der Süddeutschen zum Thema "Deutscher Filmpreis" und ein Artikel beim BR zum Thema Loriot, den ich noch mal rauskrame, weil er die Lola für sein Lebenswerk erhalten hat (Artikel mit Quiz). SAT.1 bezeichnete Wolke 9 als "Senioren-Sex-Film".

Donnerstag, 23. April 2009

Dem Himmel sei Dank (oder vielleicht doch eher dem Teufel?)


The Imaginarium of Doctor Parnassus wird in Cannes gezeigt! Zwar nicht im Wettbewerb, aber immerhin!
Puh. Ich habe zwar noch nicht herausgefunden, ob der Film mittlerweile einen Verleiher gefunden hat, aber wenn er in Cannes gezeigt wird, dürfte das ja wohl keine Frage sein, selbst wenn er bis jetzt noch keinen hat.

Glückwunsch, Terry!

Edit: Also, offenbar hat der Film immer noch keinen Verleiher in den USA, dafür aber so ziemlich an jedem anderen Ort der Welt, auch in Deutschland (TMG Concorde). So schrieb jedenfalls Graham Smith (als "official publicist") am 24. Februar 2009 im Blog des Hollywood Reporter.

Die Liste der Wettbewerbsfilme ist übrigens beeindruckend dieses Jahr!

Bei Vulture gibt's die Übersicht.

Von dem Coco-Chanel-Film wusste ich bisher nur, dass Audrey Tautou Coco Chanel spielt. (Edit: Falsch, das war ein anderer Film, nämlich Coco avant Chanel von Anne Fontaine.) Bei dem Film, der in Cannes gezeigt wird, führt Jan Kounen (Doberman) Regie. Hmmm. -------- Hmmmm. Jan Kounen? Wollen wir einen Kounen-Film über Coco Chanel sehen? Ich bin gespannt, wie der ankommt!
PS: Immerhin spielt Mads Mikkelsen Igor Strawinsky! Trotzdem bleibe ich erst mal skeptisch ...