Mittwoch, 18. November 2009

Wort des Tages

Eierschalensollbruchstellenverursacher

Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich ein eigentlich ganz nützlicher Küchenhelfer. Aber wer hat diesen Namen abgesegnet?!

Donnerstag, 5. November 2009

Google Doodle Mystery

Ich liebe Wallace & Gromit, wirklich. Ich habe alle Filme gesehen und viele von den Kurzfilmen. Ich habe Gromit ziemlich lange als Desktop-Hintergrund gehabt. Aber die Verantwortlichen bei der deutschen Google-Niederlassung scheinen die Liebe der Deutschen zu Wallace & Gromit doch etwas zu überschätzen!

Am 10. November wird die Sesamstraße 40 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern, fand google in den USA und gestaltete das google-Logo mit Bibos Füßen um.



Diese Umgestaltungen sind als "google doodles" bekannt. Im UK fand man es viel erwähnenswerter, dass Wallace & Gromit 20-jähriges Jubiläum feiern. Und so bekamen sowohl die Briten als auch die Deutschen gestern statt Bibos Füßen dieses Google Doodle zu sehen:



Nichts gegen 20 Jahre Wallace & Gromit, aber die Sesamstraße ist doch nun wirklich eine deutsche Institution. Wer wie ich mit Tiffy, Samson und Herrn Bödefeld (und, schnüff, mit Manfred Krug und Lilo Pulver!!!!) aufgewachsen ist, wird mir zustimmen, dass Wallace & Gromit der deutschen Sesamstraße nicht das Wasser reichen können!

Da nun der eigentliche Jahrestag noch bevorsteht, hoffen wir einfach mal, dass man beim deutschen google die verbleibenden Tage dazu nutzen wird, Ernie und Bert, Graf Zahl, Bibo, Grobi und dem Krümelmonster sowie dem unvergleichlichen Oscar ein Denkmal zu setzen! (Wer weiß, vielleicht ja sogar Tiffy, Samson und Co.?!!!?! Na, googles, wie sieht's aus?!?!)

In England hat man übrigens heute mit dem Krümelmonster nachgezogen!



Da muss doch auch in Deutschland was zu machen sein!

Hier gibt es übrigens eine Übersicht über die verschiedenen Doodles, die gestern in diversen Ländern zu sehen waren.

Dienstag, 3. November 2009

Die Drehbuchautoren von Dr. House haben's schon immer gewusst

Warum Dr. House einen Australier in seinem Team hat und auf gar keinen Fall fröhlicher und zufriedener werden darf ---

Ein australischer Psychologe hat herausgefunden, dass schlechte Laune gut für uns ist!

"The University of New South Wales researcher says a grumpy person can cope with more demanding situations than a happy one because of the way the brain 'promotes information processing strategies'."

Samstag, 31. Oktober 2009

Eher sauer als süß

Traditionen ändern sich. Vieles wird vergessen. Neues kommt hinzu. Der Übergang ist holprig.

Gehen Kinder heutzutage noch an Sankt Martin von Tür zu Tür und singen Martinslieder? Gibt es noch Leute, die am 11. November Schokolade kaufen, nur für den Fall, dass jemand vorbeikommt?

Heute habe ich einen sehr, sehr trauriges Mädchen gesehen. Ein Vater in den 30ern mit einem wohl als Prinzessin verkleideten kleinen Mädchen an der Hand, das wirklich bitterlich weinte. Ich kann mir das nur so erklären, dass er versucht hat, nach guter amerikanischer Tradition mit seiner Tochter von Tür zu Tür zu gehen und sie keinen großen Erfolg beim Süßigkeitensammeln hatten. Warum sonst sollte ein kleines Mädchen am 31. Oktober verkleidet sein? Noch ist die Session nicht eröffnet.

Dumm nur, dass die "Tradition" des "trick or treat" bzw. "Süßes, sonst gibts Saures" in Bilk offenbar noch nicht verbreitet genug ist, dass es auch Leute gibt, die auf einen solchen Besuch vorbereitet wären. Es tut mir in der Seele weh, dass der Papa der Kleinen so dumm/gedankenlos ist.

Freitag, 16. Oktober 2009

Monty Python Reunion online

Wie angekündigt haben die verbleibenden Pythons ihren neuen Dokumentarfilm in New York zusammen vorgestellt. Die Veranstalter haben das Video von der anschließenden Q&A-Session online gestellt! Bitte nicht davon irritieren lassen, dass am Anfang nur ein Testbild zu sehen ist, das dauert nur so lange, wie der Film auf der Leinwand zu sehen war. Auch der Ton wird besser, sobald der Film vorbei ist und die Pythons auf die Bühne kommen!

Monty Python Reunion at the Ziegfeld Theatre in NY 10/15/09 06:49PM (das Video ist ca. 34 Minuten lang, zwischendurch kommt auch Carol Cleveland auf die Bühne und ganz am Ende erhalten die Pythons einen BAFTA)

Ich wünschte wirklich, die deutschen Flying-Circus-Episoden wären noch woanders verfügbar als nur auf youtube (wo es nur Ausschnitte gibt) oder als Zusatz-DVD bei einer DVD-Box!

Auch die amerikanische Vanity Fair berichtete über das Zusammentreffen der verbleibenden Pythons und stellte ihnen die Fragen aus dem "Proust Questionnaire", der immer auf der letzten Seite des Magazins zu finden ist.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Monty Python: Almost the Truth (The Lawyer's Cut)

Die Pythons feiern heute Abend in New York die Premiere ihres neuen Dokumentarfilms Monty Python: Almost the Truth (The Lawyer's Cut). Aus diesem Anlass und um ihr neues Buch zu promoten, waren die Pythons am Mittwoch bei Jimmy Fallon. Eric Idle sang "Always Look On The Bright Side Of Life" und die beiden Terrys tanzten dazu. John Cleese, der die letzten Wochen durch Norwegen getourt ist, hatte offenbar gerade noch rechtzeitig die Heimreise angetreten.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

God only works in a small area, the Devil works the big rooms.


Photographiert von: Jean-Baptiste Mondino

Tom Waits hat jetzt eine eigene Website: tomwaits.com. Ich finde es sehr dankenswert, dass er nicht nur alle Texte seiner Lieder auf dieser Website veröffentlicht, sondern auch dass die Soundbites Linux-kompatibel sind.

Von dieser Website aus wird man zu einem Artikel in der englischen Times weitergeleitet, in dem Terry Gilliam und Tom Waits über das Imaganiarium of Doctor Parnassus sprechen. Das Schöne an dem Artikel ist natürlich, dass er Gilliam und Waits zusammenbringt. Gilliam verrät, dass die Dreharbeiten für The Man Who Killed Don Quixote im April anfangen sollen.

Zitat Tom Waits: "Reality is highly overrated. Most people don't care if you're telling them the truth, as long as you're amusing them." Ich würde sagen, das kommt auf die Umstände an, aber im Großen und Ganzen kann man diese Meinung wohl durchaus vertreten.

Samstag, 10. Oktober 2009

The Imaginarium of Doctor Parnassus - Premiere in London

Der Evening Standard hat ein paar Bilder von der Premiere von Terry Gilliams Film The Imaginarium of Doctor Parnassus. Ich habe keine Ahnung, was LaToya Jackson da macht, aber ich liebe Terry Gilliams Fisch-Brosche (haha)!

Aus diesem Anlass hat der Telegraph einen Artikel über Terry Gilliam, der eigentlich nur wiederholt, was wir eh schon wissen, außer einem kleinen, aber wichtigen Fakt: Gilliam hat die Rechte zu seinem Don-Quixote-Drehbuch zurückgekauft (!!!) und scheint nun fest entschlossen, den Film doch noch zu machen! Yay! Alle Macht für Terry! Der Artikel erwähnt natürlich auch den Good-Omens-Film, den er machen will, aber erstens hat er Neil Gaiman und Terry Pratchett immer noch nicht die Rechte bezahlt (man erinnere sich, es ging um einen "groat" - eine alte Münze, vergleichbar einem Pfennig und auf ebay billig zu bekommen!) und zweitens fehlt immer noch das große Geld. Also wird dieser Film wohl weiterhin ein frommer Wunsch bleiben.

Ebenfalls aus Anlass der Parnassus-Premiere hat der Guardian ein zwar sehr charmantes, aber leider komplett nichtssagendes Interview mit Tom Waits. Ich wollte es nur mal erwähnen.

Freitag, 4. September 2009

12 Days of Christmas

Neil Gaiman wird am Sonntag einen Stummfilm drehen. In Watford. Hauptrolle: Bill Nighy! (Yay!) An alle die vorbeigehen wollen, schreibt Neil: "We will be filming at Charter Place, watford high st on Sunday(11am to 6pm). Human statues! Big stars! please come by and watch the fun."

Hier gibt es nähere Infos zum Film und über das ganze Projekt. Der Stummfilm wird ein 8-minütiger Kurzfilm und wird beim britischen Sender "Sky" gezeigt.

Freitag, 28. August 2009

Il y a longtemps que je t'aime

Es ist immer ein Risiko, wenn man in einen Film geht, über den man nichts weiß. Aber das Problem ist: Wenn man in Dänemark ist und hier viele (augenscheinlich) gute dänische Filme laufen, kann man sie sich alle nicht ansehen, da sie verständlicherweise ohne Untertitel laufen. Also sucht man sich doch die großen Blockbuster aus? Ah, das muss dann doch nicht sein. Dann wird es eben der französische Film, der in Dänemark so viel Erfolg hatte. "Il y a longtemps que je t'aime" von Philippe Claudel mit Kristin Scott Thomas und Elsa Zylberstein.

Und dann sitzt man da und denkt: Mist. Ich kann nur jedem halbwegs empfindsamen Menschen empfehlen, ein paar Pakete Taschentücher mit in die Vorstellung zu nehmen. Dieser Film ist absolut gut gemacht, aber sehr deprimierend.

Im Grunde genommen ist es gut, wenn man in den Film geht, ohne viel über ihn zu wissen, denn er verrät die Eckdaten seiner Geschichte und seiner Personen nur sehr zögerlich.
Was ich sagen kann, ist, dass die Geschichte sehr deprimierend ist. Dass die schauspielerischen Leistungen ausnehmend gut sind (bis auf die eine oder andere kleine Nebenrolle vielleicht). Dass man allerdings wie gesagt vorgewarnt sein sollte. Der Film ist nicht im klassischen Sinne "schwere Kost", er ist eigentlich recht zugänglich erzählt, aber es ist definitiv kein Film, den man sich als "gute Unterhaltung" mal eben so zwischendurch ansehen sollte.

Der Film ist eine Studie menschlicher Beziehungen unter erschwerten Umständen. Das gilt nicht nur für Juliette, die Hauptfigur. Im Grunde hat jede Figur in diesem Film vom Schicksal schlechte Karten zugeteilt bekommen, selbst die Kinder. Aber die verschlossene Juliette (Scott Thomas) bildet doch das Zentrum. Ihre Schwester Léa bemüht sich nach Kräften, ihr das Leben einfacher zu machen, aber Juliette will gar nicht, dass ihr Leben einfach, banal, normal ist. Dennoch kann sie sich dem Einfluss des Alltags, dem nagenden Zahn der Zeit, der ihre abweisende Hülle aufzubrechen beginnt, nicht ganz entziehen. Mit nicht immer positiven Folgen. Wer sich öffnet, wird auch verletzlicher.

Wie gesagt, vergesst die Taschentücher nicht. Dabei ist es die Brutalität der Erzählung, die einem die Tränen in die Augen treibt, von romantischer "tear jerker"-Kost ist der Film weiter entfernt als ich von zu Hause.

"Il y a longtemps que je t'aime" kommt übrigens im November unter dem Titel "So viele Jahre liebe ich dich" in die deutschen Kinos. Im Original ist der Film tatsächlich französisch. Und Scott Thomas wird nicht synchronisiert. Sie scheint ganz gut Französisch zu können, ihre Dialoge wirken jedenfalls nicht hölzern oder "phonetisch" auswendig gelernt.

Mittwoch, 26. August 2009

Helsingør, Kronborg

Das kommt davon, wenn man sich nicht vorbereitet. Das englische Ensemble des Wyndham's Theatre spielt für 6 Tage Hamlet auf der Kronborg in Helsingør, Dänemark (bevor die Truppe nach New York weiterreist, wo sie ihren Hamlet am Broadway aufführen wird).

Kenner des Stücks werden wissen, dass Hamlet auf der Kronborg spielt. Wenn ich mich vorab informiert hätte, hätte ich mir vielleicht eine Karte kaufen können. Jetzt ist alles ausverkauft (kein Wunder, gestern war Premiere). Immerhin habe ich das Ensemble aus der Ferne dabei beobachten können, wie es letzte Instruktionen vom Regisseur bekam. Hier mein Paparazza-Foto. Spot the celebrity (wer ihn nicht erkennt, bekommt hier eine dezente Hilfestellung).



Das als kleine Rache dafür, dass die Bühne verhindert hat, dass ich ein paar gute Fotos vom Innenhof des Schlosses machen konnte!

Mittwoch, 19. August 2009

Ich geb's auf

Wenn ich mein Auto heil wieder nach Hause bekommen will, dann muss ich das Navigieren mit dem scheiß Gerät sein lassen. Selbst google maps spuckt eine intelligentere Wegeführung aus als mein Navi. Rausgeschmissenes Geld. Ich bin echt sauer. Gut, es war kein teures, aber auch kein ganz billiges. Ich werde den Namen hier erst mal nicht erwähnen, sondern werde erst mal der Firma eine Chance zur Stellungnahme geben (vielleicht mach ich ja was falsch? Aber wenn ich schuld bin, dann ist das Ding nicht idiotensicher, und das allein ist auch schon ein Grund zur Klage!). Aber um mit der Firma in Kontakt treten zu können, brauch ich meinen Benutzernamen, den ich derzeit nicht weiß. More to follow.

In the meantime, here's a view from the on the road:



Bei diesem Foto kann ich mich nicht entscheiden, wie die Bildunterschrift lauten soll. Sucht euch eine aus.

1) Man beachte, dass die Schokosauce nicht nur auf dem Blaubeerkuchen verteilt wurde, sondern auch auf der Sahne!
2) Man beachte, dass die Schokosauce nicht nur auf der Sahne, sondern auch auf dem Blaubeerkuchen verteilt wurde!


Das sind echt ein paar Schleckermäuler hier ... 3 Dinge, ohne die Dänen nicht leben können:
1) Blätterteig
2) Zimt
3) Schokolade

Montag, 10. August 2009

Sieh an!

Ulrich Tukur wird Tatort-Kommissar. Oha. Wenn das keine Überraschung ist. In den letzten Jahren spielte er eigentlich immer den Bösen. Es wurde schon langweilig. Man musste nur die Besetzungsliste eines (Fernseh-)Films lesen und wusste schon im Vorfeld, wer der Täter war ... Jetzt also mal die andere Seite, der Kommissar. Ohne Kompagnon, wie ich dem Artikel in der Süddeutschen entnehme, sondern mit einer treuen Sekretärin an seiner Seite. Miss Moneypenny auf Hessisch. Öfter mal was Neues.

Nicht im Mindesten überraschend, dass sein "Kommissar Murot" die 20er Jahre liebt. Ich sehe schon diverse Akkordeon-Einlagen auf den Zuschauer zukommen. Beim saarländischen Tatort gibt's bayrisches Tuba-Blosn, warum nicht Akkordeonspiel in Hessen?



Dieses Bild trägt im Artikel der Süddeutschen übrigens den Titel "Sensation in der ARD". Es muss Sommerloch sein.

Samstag, 8. August 2009

The Imaginarium of Doctor Parnassus - Trailer

Twitter teilte mir mit, dass der Deutschland-Start am 3. Dezember 2009 ist.

Hier gibt's den UK-Trailer.
Eine Schande, dass bei den Credits Tom Waits vollkommen unterschlagen wird.

Freitag, 7. August 2009

Irrfahrt mit Navi

Wir leben in modernen Zeiten. Wer heute mit dem Auto in Urlaub fährt, beugt sich nicht mehr stundenlang über Kartenmaterial, um die beste Route auszutüfteln. Wer heute mit dem Auto unterwegs ist, verlässt sich nicht mehr auf die Navigationskünste seines Beifahrers. Wir verlassen uns auf die moderne Technik. Und sind verlassen.

Ich habe mir für den Urlaub ein Navi gekauft. Um es mal zu testen, habe ich es heute bei einer Fahrt in bekanntem Gelände ausprobiert. Noch immer ist mir der Witz mit dem BMW-Fahrer aus den Zeiten, als die Technik noch in den Kinderschuhen steckte, in Erinnerung. Ein BMW musste aus dem Rhein gefischt werden. Auf die erstaunte Frage der Polizei, warum er am hellichten Tag und bei guten Sichtverhältnissen an einer übersichtlichen Stelle in den Rhein gebrettert sei, antwortete der gerettete Fahrer: "Mein Navigationsgerät hat gesagt, ich soll geradeaus fahren." Im Kartenmaterial war eine Fährroute als Straße ausgewiesen worden.

Im Internet lassen sich massenhaft Geschichten neueren Datums von Nutzern lesen, die vielleicht nicht im Rhein gelandet sind, aber ganz woanders, als sie wollten. Wie dieses schwedische Ehepaar, dass nach Capri wollte und in Carpi landete.

So ähnlich erging es mir heute auch. Ich wollte vom Büro aus zu meiner Mutter fahren. Eine einfache Strecke. 3 Autobahnen, Landstraße nur vom Büro zur Autobahnauffahrt und von der Autobahnabfahrt nach Hause. Ohne Stau brauche ich normalerweise ca. 30 bis 35 Minuten für die Strecke.

Ich wurde schon misstrauisch, als das Gerät ca. eine Stunde für die Fahrt veranschlagte. Dennoch beschloss ich, ihm einfach mal blind zu folgen, schließlich sind mir sowohl Abfahrts- und Zielort als auch diverse Orte an der Strecke bestens bekannt, bei Problemen wüsste ich also auch ohne Hilfe der Technik, wohin. Und außerdem: Wer kennt schon jeden Schleichweg? Vielleicht schlägt mir die Technik ja eine geniale neue Route vor?

Zunächst lief alles glatt. Der Abfahrtsort wurde zügig und korrekt erkannt. Die Eingabe der Zieladresse funktionierte ohne Probleme.

Dann jedoch wollte das Gerät, dass ich die Autobahn an einer absolut unsinnigen Stelle verlasse.

Einmal von der Autobahn runter, las ich die Straßenschilder und musste einen starken Drang, anzuhalten und zu überprüfen, ob ich die richtige Adresse eingegeben hatte, unterdrücken. Ich hatte das Gefühl, das Gerät wollte mich schnurstraks zum sozialen Brennpunkt der Stadt führen.

Doch nach ein paar Mal abbiegen erkannte ich einen mir bekannten Straßennamen (eine von den Straßen, die kilometerlang von der Innenstadt bis in die Vororte geht). Ich beschloss also, weiterhin den Anweisungen zu folgen.

Wie nicht anders zu erwarten, lag die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 50 km/h und die Strecke war gespickt mit roten Ampeln. Diverse Male fuhr ich an einem Schild vorbei, das eine nahe Autobahnauffahrt signalisierte, so dass ich immerhin wusste, dass ich rein von der Himmelsrichtung auf dem richtigen Weg war.

Ich fragte mich, ob mich das Gerät vielleicht an der Megabaustelle vorbeilotsen wollte, die schon seit Monaten den Verkehr auf der Autobahn plagt. Um eine Umfahrung eines Staus konnte es sich nicht handeln, denn ich hatte die Antenne nicht angeschlossen und so erhielt das Gerät keine aktuellen Staumeldungen.

Etwas später war ich wieder auf der Autobahn. Mitten in der Baustelle, von der ich vermutet hatte, dass ich sie hätte umfahren sollen. Was also sollte dieser Ausflug auf die Landstraße? Nach einer Gesamtfahrzeit von ca. 50 Minuten kam ich zu Hause an und konsultierte erst einmal eine Karte. Das Gerät hatte mich tatsächlich (wie ich anhand der Straßenschilder breits vermutet hatte) auf einen großzügigen Umweg einmal quer durch die Stadt geschickt. Kürzer war die Route jedenfalls nicht.

Lustig ist, dass die Computerstimme "halten" wie "retten" ausspricht. Kommt also die Ansage "In 1,9 km rechts abbiegen und dann links halten" hört es sich wie "und dann links retten" an. Sehr amüsant. Amüsant auch, dass konstant die Namen der umliegenden Straßen angegeben werden. Bei einer Fahrt in der Stadt vielleicht hilfreich, aber wer will schon auf der Autobahn wissen, wie die Straßennamen in den Orten am Wegesrand lauten?

Auf der Rückfahrt wurde es richtig abenteuerlich. Ich stellte fest, dass ich mich furchtbar erschrecke, wenn die Dame von der Technik längere Zeit geschwiegen hat und dann unvermittelt wieder Anweisungen durchgibt.

Ich hatte vergessen, dass von Freitag, 19 Uhr, bis Montagfrüh meine Autobahnausfahrt gesperrt ist. Das kann das Navi nicht wissen. Die Ausfahrt ist auch nicht komplett gesperrt. Man kommt von der Autobahn auf eine Schnellstraße, von der man unter normalen Umständen sofort wieder runter muss. Nicht so in den nächsten 2 Tagen, da muss man auf der Schnellstraße bleiben, weil die erste Abfahrt gesperrt ist.

Das Gerät sagte mir also, ich solle mich "links retten", was ich ob der gut sichtbaren Barrieren großzügig ignorierte, und fuhr weiter geradeaus. Jetzt war ich auf Vorschläge gespannt. Wie würde ich am schnellsten doch noch zum Ziel kommen?

Jedenfalls nicht mit dem Navi. Das Navi bestand darauf. dass ich umdrehen und dieselbe Strecke zurückfahren sollte. Auf die Situation, dass ein Fahrer eine Abfahrt nicht aus Schusseligkeit, sondern mit voller Absicht nicht genommen hat, ist das Gerät nicht vorbereitet. Hätte ich umgedreht, wäre ich wieder auf der Autobahn gelandet.

Ich fuhr also zur Uni und ignorierte weiterhin alle Aufforderungen umzudrehen, bis das Gerät eine neue Route berechnete und mich neu lotste. Ich war skeptisch. Es gibt eine direkte Verbindung von der Uni zu meiner Straße, aber die kann man nur als Anlieger oder als Bus befahren. Aus Gründen der Verkehrsberuhigung ist dort eine Schranke aufgebaut (und das schon seit Jahren, wer weiß, wie lange, immerhin schon so lange, wie ich hier wohne), die sich nur mit einem speziellen "Garagentoröffner" öffnen lässt, den der Normalbürger natürlich nicht hat. Ich überlegte, ob es neben dieser "gesperrten Straße" noch einen anderen Weg gibt, und beschloss, den Anweisungen des Geräts wider besseres Wissen zu folgen. Nur um letztendlich vor besagter Schranke zu stehen.

Als ich gezwungenermaßen umdrehte, versuchte das Gerät natürlich wieder, mich zurück auf die Schnellstraße zu lotsen. Statt rechts bog ich aber links ab und war froh, dass ich mich auskenne.

Die letzte Überraschung kam dann im Kreisverkehr fast direkt vor meiner Tür. Das Gerät wollte, dass ich an meiner Straße vorbeifahre (Ausfahrt 1 im Kreisverkehr), die nächste Ausfahrt nehme (lies: geradeaus fahre statt rechts abzubiegen), dann rechts auf eine Parallelstraße abbiege, um dann nach einem weiteren Rechtsabbiegen durch eine Seitenstraße zu fahren und schließlich 100 m hinter dem Kreisverkehr wieder auf meiner Straße zu landen.

Für meinen Urlaub befürchte ich das Schlimmste. Morgen kaufe ich mir erst mal eine Straßenkarte.