Sonntag, 13. März 2011

Update in eigener Sache

Offenbar informiert sich doch das eine oder andere Familienmitglied über dieses Blog. Daher hier nur eine kurze Info:

Meinem Bruder geht es gut. Es ist unglaublich angesichts der Bilder, die uns aus Japan erreichen, aber in Tokio ist das Erdbeben sehr glimpflich verlaufen. Mein Bruder sagt, es habe furchtbar gewackelt, aber das war es auch schon. Die Universität ist wie alle Tokioter Wolkenkratzer erdbebensicher gebaut (er befand sich zurzeit des Bebens im 12. Stock). In einem Nachbargebäude ist wohl in einem Stockwerk die Decke eingestürzt, aber an der Uni hat es keine Schäden gegeben.

Wie ihr sicher in den Medien gesehen habt, wurde zunächst die
U-Bahn stillgelegt, aber schon am Samstag fuhr auch die wieder. Auch die Telefonleitungen wurden kurzzeitig lahmgelegt (sie wurden für die Rettungskräfte reserviert), aber das Internet funktionierte die ganze Zeit.

Die Situation scheint derzeit allerdings eher schwieriger als einfacher zu werden. Lebensmittel sind knapp, weil die Flughäfen gesperrt und viele Straßen blockiert sind und weil das Land schlicht und ergreifend in weiten Teilen keinen Strom hat. Der Strom selbst wird in Tokio wohl in den nächsten Tagen immer mal wieder abgestellt werden (heute zum ersten Mal für 3 Stunden). Wir müssen abwarten, wie sich das weiter auswirkt, aber im Moment geht es ihm gut und er hat noch keine Probleme. Es ist wie gesagt nahezu unglaublich, wenn man die Bilder aus dem Norden sieht, aber das Leben in Tokio selbst scheint mehr oder weniger seinen gewohnten Gang zu nehmen.

Über die Sicherheit in Bezug auf Radioaktivität muss ich wohl nichts sagen. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass die Berichterstattung in Deutschland unnötige Panik verbreitet. Wenn man sich über internationale Medien informiert, sieht das alles sehr viel weniger schlimm aus. Jemand sagte, die 9 Menschen, die in der Region verstrahlt wurden, waren einer erhöhten Strahlendosis ausgesetzt, allerdings liege die im Rahmen dessen, was man abbekommt, wenn man einen Langstreckenflug unternimmt.

Was das angeht, weiß ich allerdings auch nicht mehr als alle anderen. Ich habe wie gesagt nur festgestellt, dass es mir guttut, wenn ich mich vornehmlich über ausländische Medien wie die englischen oder Al Jazeera informiere, weil der Ton in den deutschen Medien doch sehr viel unsachlicher ist.

Mein Bruder hat jedenfalls nicht vor, das Land zu verlassen. Ansonsten könnt ihr natürlich gern weiter anrufen oder E-Mails schreiben, falls ihr Näheres wissen wollt.